Bewertungsstatistiken zum Spiel "Rockwell"


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Brakus71
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Kommentar:
Bergbau-Workerplacement für 2-4 Spieler ab Jahren von Bruno Crepeault.

Die Spieler werden von ihrem Mutterkonzern beauftragt an einem großen Bergbauprojekt teilzunehmen, um sich als die bessere Wahl zu beweisen, wenn es um zukünftige Aufträge geht.


Spielablauf:
Der Aufbau des Spiels ist zunächst etwas aufwändig, denn hier wollen mehrere Spielbretter und viel Material versorgt werden :). Das Hauptspielfeld, auf dem die Bohrungen simuliert werden, wird aus vielen bogenförmigen Pappteilen zusammengesetzt, die die verschiedenen Erdschichten (A-D) bis zum Erdkern darstellen sollen. Auf den vier Zugängen am äussersten Rand werden dann auch die Bohrtrupp-Marker (Holzzylinder) der Spieler aufgestellt.
Die Spielbretter "Kontrollzentrum" (Anzeige der Reihenfolge, Aktionen Korruption und Subunternehmer, Bohrrundenleiste), "Börse" (An- und Verkauf von Rohstoffen) und "Atelier" (Forschung und Rohstoffabgabe gegen Punkte) werden übereinander gelegt und mit den zugehörigen Markern versehen. Die Kontroll-Marker (Holzwürfel) der Spieler werden nach Reihenfolgebestimmung auf dem Kontrollzentrum platziert - die Reihenfolge der Spieler kann sich rundenweise ändern.
Die Rohstoffvorräte (Zink, Kupfer, Silber, Gold) und das Geld werden neben den Spielplänen bereitgelegt.
Die Spieler erhalten ihre Gesellschafter-Spieltafeln, platzieren die zugehörigen Marker (Minenschächte, Marker f. Mobilität) dort und bekommen neben 2 Gesellschafterfiguren noch als Startkapital 3.000$ sowie 3 Zink, 2 Kupfer und 1 Silber - das Eigenkapital wird immer hinter dem Spielersichtschirm geheim gehalten.

Jede Runde verläuft über 3 Phasen und wird anfänglich von einer Bietphase eingeleitet, in der die Spieler die Reihenfolge jeweils neu bestimmen. Dazu nimmt sich jeder, verdeckt, Geld und/oder Rohstoffe in die Hand und hält diese als geschlossene Faust zur Tischmitte hin. Sind alle Spieler bereit, öffnen sie ihre Hände und stellen fest, wer am meisten geboten hat, derjenige stellt seine Kontrollwürfel auf den Spielbrettern auf die erste Position, der Spieler mit dem nächsthohen Gebot auf die zweite Position, usw. - das eingesetzte Geld (und/oder die Rohstoffe) von allen kommt in die Bank.
Nun darf der erste Spieler zuerst eine Gesellschafterfigur auf einem der drei Spielbretter platzieren, danach folgen die Mitspieler entsprechend der Reihenfolge und hiernach setzt der erste Spieler seine zweite Figur.
Nun ist bestimmt, welcher Spieler wo welche Aktionen durchführen kann - diese sind begrenzt, so darf auf jeden Spielbrett nur eine Figur desselben Spielers stehen und nachfolgende Platzierungen auf den Aktionsfeldern erlauben weniger Aktionsmöglichkeiten, als die Vorherigen.

Phase 1: Versicherung, Bohrung & Förderung, Minenschacht
Auf dem Spielbrett "Kontrollzentrale" wird der Spielstein "Bohrrunde" auf sein erstes Feld ("Bergbauhelm") gestellt und zeigt damit an, dass die erste "Runde" innert dieser Bohrphase beginnt. Hier können die Spieler Versicherungen kaufen - für einen Versicherungsmarker "zahlt" der Spieler einen beliebigen Rohstoff. Diese Marker werden später recht wichtig, denn in den tieferen Ebenen kann schon mal ein Bohrer beschädigt werden oder der Schacht stürzt ein, u.a., das bedeutet dann normalerweise eine geringere Rohstoffausbeute, als möglich wäre. Die Versicherungen schützen den Spieler, in dem er dann einen solchen Marker abgibt, anstelle eines wertvollen Rohstoffs.
Hat sich jeder Spieler für oder gegen Versicherungen entschieden, folgt die erste Bohrung und der "Bohrrunden"marker wird ein Feld ("Geröll mit Koordinatenpfeil") weitergezogen. Gemäß der Spielerreihenfolge kann nun der erste Spieler einen seiner Bohrgruppensteine bewegen - je nach Forschungsstand um entsprechend viele Felder/Ebenen.
Ergibt der bewegte Bohrstein zusammen mit dort stehenden (anderen) Bohrsteinen die Summe, die auf dem Feld vorgegeben ist (Bohrungsschwierigkeitsgrad), darf eine Bohrung vorgenommen werden.
Nun wird das Feldplättchen umgedreht und eine Bohrungskarte gezogen, die dem Wert des Feldes entspricht.
Auf der Karte wird angegeben, welche und wieviele Rohstoffe die Bohrung ergeben hat und der aktive Spieler nimmt diese aus dem Vorrat und legt sie vor sich ab. Wenn mehrere Spieler an der Bohrung beteiligt sind, werden die Rohstoffe zu gleichen Teilen aufgeteilt, bleiben dabei Rohstoffe über bekommt derjenige sie, der am meisten zur Bohrung beigetragen hat (den höchsten Gesamtwert mit seiner Bohrgruppe) und danach derjenige, der die Bohrung ausgelöst hat. Die Spieler legen die Rohstoffe hinter ihren Sichtschirm.
Sollte auf der Karte ein GEFAHR!-Symbol abgebildet sein, muss jeder Spieler allerdings soviele Rohstoffe vom Fund abgeben (wertvollste zuerst!), wie der Wert seiner Bohrgruppe entspricht - ausser er hat Versicherungen abgeschlossen, dann legt er nun pro abzugebenden Rohstoff einen Versicherungsmarker ab - sofern vorhanden! Es gibt auch Forschungen zum Schutz gegen solche Gefahren.
Nun folgt der nächste Spieler in Reihenfolge und bewegt einen seiner Bohrgruppensteine und/oder führt eine Bohrung durch.
Waren alle Spieler an der Reihe, folgt die zweite Bohrrunde auf die selbe Weise, dito die Dritte und Vierte! Abschliessend folgt die Minenschachtkontrolle - alle Spieler, die einen Minenschacht gebaut haben, bekommen nun die auf den umgedrehten Feldplättchen abgebildeten Rohstoffe ausgezahlt - und zwar regelmäßig!

Es gibt noch 2 Möglichkeiten die Bohrrunden zu beeinflussen, indem in der ersten Setzphase der Gesellschafterfiguren ein Spieler sich für das Feld "Korruption" oder "Subunternehmer" entschieden hat.
Die Korruption erlaubt es gegnerische Bohrgruppen zu versetzen und der Subunternehmer unterstützt eine Bohrung je nach Zahlung (und Erd-Ebene) um den Wert 1-4.

Phase 2: An- und Verkauf von Rohstoffen
Hier nun können die Spieler, die sich einen der beiden Plätze in der Bank ergattern konnten, ihre Rohstoffe verkaufen oder Rohstoffe nachkaufen. Die Rohstoffe haben alle einen festen Wert (Zink 400$, Kupfer 600$, Silber 800$, Gold 1.000$), der auch dort abgebildet ist. Anfänglich wird man viel verkaufen wollen, um Geld zu erhalten für Ausrüstung und Forschung, später wird es interessant, bestimmte Rohstoffabgabemengen zu erfüllen, um Siegpunkte zu erhalten.
Während einer Transaktion darf nur ge- oder verkauft werden und während der Bankrunde darf ein Rohstoff nur einmal genutzt werden.

Phase 3: Industrieller Fortschritt
Hier führen die Spieler gemäß ihrer Platzierung auf diesem Spielbrett die gewünschten Aktionen durch (der Erste 4 Aktionen, der Zweite 3, usw.). Diese können sein: Forschung für bessere Ausrüstung oder Rohstoffauslieferung.
Ersteres muss bezahlt werden, gemäß dem jeweiligen Markeraufdruck, bevor es genommen/benutzt werden kann (z.B. die Bohrgruppen aufwerten, einen Minenschacht ins Spiel bringen, die Mobilität der Bohrgruppen erhöhen, Versicherungsschutz erweitern, u.a.) und zweiteres wird durch die passende Rohstoffmengenabgabe finanziert. Der Spieler nimmt sich dann das zugehörige Plättchen und am Ende erhält er die hier aufgedruckten Siegpunkte.

Waren auch hier alle platzieren Spieler an der Reihe, endet die laufende Runde. Nun wird überprüft, ob ein Spieler eine der Sondersiegpunktbedingungen erfüllt hat und erhält dann das entsprechende Punkteplättchen (z.B. am Ende der Runde von jedem Rohstoff sechs Stück zu besitzen, 4 Bohrgruppen auf der Tiefenebende C stehen zu haben, den Erdkern erreicht zu haben, u.a.). Vor Beginn der neuen Runde nehmen noch alle Spieler ihre Gesellschafterfiguren wieder zu sich und die neue Runde beginnt wieder mit dem Bieten um die Reihenfolge.

Das Spiel endet, sobald die Mehrheit der Spieler den Erdkern erreicht oder wenn ein Spieler mindestens 6 der 9 möglichen Errungenschaften erhalten hat. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt und danach werden die Punkte addiert und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Die Varianten für 2 und 3 Spieler ändern nur ein paar Bedingungen zum Erreichen oder Einsetzen von Fortschritten bzw. bringen einen neutralen Spieler mit ein. Sie spielen sich aber beide genauso flott und man merkt keine spielerischen Abstriche.

Die "Diamanten"-Promo erweitert das Spiel um 6 Diamantenkarten, die in die Bohrungskarten mit eingemischt werden und wenn sie gezogen werden, erhalten die Spieler den Kartenwert mal 400$ - eine nette zusätzliche Einnahmequelle. Danach wird die Karte abgeworfen und eine Neue gezogen.


Fazit:
Rockwell ist ein tolles Spiel mit schönem, atmosphärischem Material und einer ausgeklügelten Workerplacement-Mechanik.
Die Aktionen greifen phasen- und rundenweise gut ineinander und jeder hat immer etwas zu tun und/oder zu beobachten, so dass die Kurzweil obsiegt^^. Die Abwechslung ist auch bis kurz vor Ende durch die vielen Forschungs- und Errungenschaftsmöglichkeiten garantiert, doch wenn dies alles einmal angeschafft oder abgehakt ist, möchte man das Spiel auch beenden. Dies ist nicht schlimm und schlussendlich der Weg zum Ziel^^, aber nach mehreren Spielen Rockwell fällt dann doch auf, dass die Abwechslung durch die immer neu gemischten Karten doch einer gewissen Wiederholung unterliegt. So macht das Spiel ungeheuren Spaß und weiß zu motivieren, aber Vielspieler könnten sich nach 3-4 Spielen schon nach einer Erweiterung sehnen.
Für Familienrunden ist es dagegen zweifellos geeignet, da hier unterstellt werden darf, dass nicht so viele Spielrunden hinter einander "weggespielt" werden und so bei längerer Pause die "Vielfalt" in den Runden wieder als solche wahrgenommen wird.
Das thematisch hübsche Material hat noch ein paar kleine Macken, so ist zum einen die Steckverbindung für den äussersten Rahmen etwas hakelig und "klemmt" sich mehr in die Aussparungen, als das sie wirklich passt und die Erdfelder sind zum Teil etwas dünn geraten und können sich leicht durchbiegen. Ansonsten passt alles andere und die vielen Marker haben auch ihren Platz im Spiel, ohne dass viel um das Spielfeld herumliegen muss.
Rundum ein solides Spiel mit dezentem Verbesserungspotential und dem Wunsch nach einer Erweiterung *G*.

[Wir danken SitDown! für die günstigere Überlassung!]

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