Bewertungsstatistiken zum Spiel "Ulm"


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Ulm (2016) - Deutsch

Kommentar vom 05.05.2021:
Was Günter Burkhardt alles in sein »Ulm« gesteckt hat, macht Lust, mehr über diese Stadt zu erfahren und stiftet zu Nachforschungen in deren Geschichte an. »Ulm« ist bemerkenswert nah an seinem Handlungsort, greift nicht bloß Fakten und Details aus dessen Historie auf und erinnert darin stark an das fiktive Kingsbridge aus den KOSMOS-Übertragungen der Ken-Follett-Romane, sondern verwebt zudem Eigentümlichkeiten aus Brauchtum und Topografisches elegant mit politisch-historischen Mechanismen und Ereignissen – nicht bloß als Vorwand und Stimmung, sondern als plausible und gewitzte Umsetzungen. Sei es das Ulmer Münster, das als Rundenzähler bis zum Spiel-Ende seinen Turm komplettiert bekommt, oder die Anspielung auf das Ulmer Fischerstechen, also die Donau als »Zeitleiste«, oder bloß die nette Integrierung von lokalen Details wie dem »Ulmer Spatzen«. Toll auch die augenzwinkernde Idee des »Schwörbriefs«, der nichts weiter ist als ein Tablett für die Rundenzähler-Plättchen, aber zugleich Startspieler-Marker, auf witzige Art elegant! Solche Gimmicks sind in »Ulm« massenhaft untergebracht und von Michael Menzel wieder mal genial in ein schlüssiges Historien-Gemälde gegossen. Das Spiel hat geradezu so viele Spiel-»Zentren« bzw. Spielplätze mit jeweils eigenen Mechanismen wie Ulm Stadtviertel – und alles auf einem relativ kompakten und trotzdem übersichtlichen Spielfeld! Kern, Motor und Herzstück ist das »Münsterfeld« mit seinem Schiebe-Effekt, das zugleich ein stets offenes Angebot präsentiert, aber auch Blockier-Instrument (Stimmungs-Versauer und Ärgerer) sowie Bonus-Geber (Wappen-Siegel-Effekt zum Erhalt von Spatzen) ist und damit ein Paradebeispiel für die vielen multifunktionalen Elemente des Spiels. Die Stadtwappen etwa warten mit variierenden Punktwerten auf (sofort & im Spielverlauf) wie die Karten, die allesamt die Entscheidungsfreiheit bieten, sofort oder erst am Ende unterschiedliche Erträge ausgeschüttet zu bekommen. Glück oder Auswahl werden in verschiedenen Situationen zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Es gibt fast immer die Chance, durch Tausch innerhalb mehrerer Bezahlsysteme, durch Kettenreaktionen, Boni oder Privilegien den Zufall bzw. das Glück/Unglück zu korrigieren. Der »Umschlagplatz« als Tauschbörse mildert Beutel-Pech, die »Nachkommen« bieten auswählbare, dauerhafte Vorteile gleich zu Beginn. Timing ist gefragt. Die Geschwindigkeit im »Duell« der konkurrierenden Boote kann selbst bestimmt werden und ist strategisch entscheidend. Die Bepunktung des Schiffsverkehrs vor und hinter der Brücke ist formal elegant gelöst, wie auch die Boni-Vergabe am Ende der Bootsfahrt. Das Bild der Donau, die an der Stadtmauer entlang fließt, als zweiten Motor des Spiels und als Zeitleiste mit verschränkten Segmenten/Koordinaten oben und unten zu benutzen, ist eine wunderbare Idee und ein Beispiel dafür, wie scharfsinnig hier der Spielhintergrund mit Leben gefüllt wurde. Und darüber hinaus sind auch noch Icons und Symbole vorbildlich gelöst: Anweisungen, Effekte, Boni und Privilegien sind schlau auf unmissverständlich selbsterklärende Zeichen eingedampft. Eine konsequent einheitliche Symbolsprache, wie man sie sich besser nicht wünschen kann!
Stets während des Spiels kämpft man mit Entscheidungen und wägt Einschränkungen und Vorzüge ab, verrennt sich in Zugfolgen und ist massiv gefordert, den Faden nicht zu verlieren innerhalb seiner vielteiligen Handlungsketten. Alles scheint sich auf alles auszuwirken. Etwa die Stadtwappen zu besitzen ist erstrebenswert, da sie im kompletten weiteren Spielverlauf bei eigenen wie fremden Spielhandlungen Punkte abwerfen und zudem – wie nebenbei – am Münsterfeld Entscheidungen beeinflussen können bzw. Spatzen bringen, die Zahlungsmittel und Siegpunkte darstellen. Aber zugleich verbraucht der Wappenerwerb, also die Erlangung von Ansehen bzw. Macht in einem Viertel auch erstmal ein zusätzliches Siegel, das somit nicht mehr für künftige Siegelaktionen zur Verfügung steht.
All das ist täglich Brot von Vielspielern, Kennern und Spezialisten – aber hier ist es nicht krass überfordernd, sondern wohl abgeschmeckt und dosiert für Familien und Einsteiger. Überbordend im allerbesten Sinne ist hier nur die großartige Gestaltung. Dieses eingängige und überdies auch noch durchaus kommunikative (!) Gesamtkunstwerk feiert eine Stadt – und die große Qualität eines Spiels, geschickt verzahnte Mechanismen und Effekte elegant mit plausiblem Hintergrund und einer begeisternden Form verbunden zu haben.

2
Michael
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Bewertete Version:
Ulm (2016) - Deutsch

Kommentar vom 15.10.2020:
​Eines meiner Highlights 2016. Ich hatte es gar nicht auf dem Schirm, habe es dann in Essen gespielt und war gleich begeistert. Tolle Aufmachung, schöne Mechanismen, guter Mix aus Taktik und Glück, lässt sich auch in jeder Besetzung und in der Familie gut spielen. Wir spielen es auch heute noch gerne.

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illefix
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Bewertete Version:
Ulm (2016) - Deutsch

Kommentar vom 15.07.2020:
Die Chronik scheint mir etwas unübersichtlich, ist aber letztlich hilfreich.

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Brakus71
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Kommentar vom 16.10.2016:
Review-Fazit zu „Ulm“, einem innovativen, taktischen Wettrennen.

[Fazit]
In „Ulm“ müssen die Spieler sich mit den Zünften des 16. Jahrhunderts gut stellen, um ihre Position als Bürger in der Reichsstadt zu verbessern und zu festigen. Dazu werden allerhand Aktionen (3 pro Zug) nötig sein und im Wettstreit gegen die Mitspieler gilt es diese auch geschickt, planvoll und rechtzeitig einzusetzen.
Um dies zu bewerkstelligen, ziehen die Spieler pro Zug einen Aktionsstein aus dem Beutel und schieben ihn, von beliebiger Seite, in das Münsterfeld (3×3-Raster) ein. Dadurch wird ein vorhandener Aktionsstein hinausgeschoben und diese aktive Reihe/Spalte steht dem Spieler nun zur Verfügung.
Die so zur Verfügung stehenden Aktionen ändern sich also in jedem Zug und so muss hier vorausschauend agiert und die Mitspieler immer im Auge behalten werden.
Ähnliches gilt für das wichtige „sich einbringen“ im gesellschaftlichen Bereich der Stadt, denn viele Positionen bringen sofortige, spielerische Vorteile, andere Siegpunkte auf lange Sicht. So ist man also permanent hin- und hergerissen und möchte immer mehr machen, als man darf^^.

Dies klappt alles sehr gut im Rundenverlauf, ohne dass zuviel Langatmigkeit für die Mitspieler aufkommt, da die aktuellen Möglichkeiten klar vorgegeben sind.
Sicherlich kann ein Extrem-Grübler das Spielgeschehen dennoch entschleunigen, aber nicht sehr.
Überhaupt sitzt die Spielmechanik recht schnell bei allen und auch die Anleitung erleichtert den Einstieg schon ungemein, da diese sehr strukturiert verfasst wurde. Das Spielmaterial ist zudem nicht nur hübsch und wertig produziert, sondern auch immer passend wiedererkennbar und so muss nie überlegt werden, was wo wie untergebracht wird – hier spielen eindeutig die Spieler das Spiel^^.

In den Testrunden wurde dies immer wieder bestätigt und so kam es jedesmal zu sehr kurzweiligen (knapp) 60min. Spielzeit, die viel Spass machten. Der Wettlauf auf der Donau, um die beste Positionierung am Spielende und die Vorherrschaft in den Stadtgebieten bringen dabei die Planungsgrüblereien gehörig auf Trab. Ebenso sind die jede Runde neuen Ereignisse (nette Idee, diese Plättchen im Münsterturm unterzubringen; leider ist das Münstermodell selbst etwas „unfertig“ und weist eine Lücke auf), welche für rundenlange Änderungen des Spielablaufs sorgen können, angenehm abwechslungsreich und sorgen häufig für nötiges Umdenken der eigenen Strategie.

„Ulm“ macht in ziemlich jeder Besetzung viel Spaß und kommt gerne auf den Spieltisch, da die „Labyrinth“-inspirierte Schiebetechnik für die Aktionen ungewöhnlich spannend umgesetzt wurde und die Partien sich auch jedesmal anders spielen.


Ausgepackt: http://www.heimspiele.info/HP/?p=21178

[Galerie]
http://www.heimspiele.info/HP/?p=21475

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mathona
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Esit
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Qualität des Spielmaterials:
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Qualität der Anleitung:
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Preis-/Leistungsverhältnis:
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Umsetzung des Themas:
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