Kilmister
Partien: 4 |
Bewertete Version: SETI: Auf der Suche nach außerirdischen Leben (2024) - Deutsch
Kommentar vom 31.08.2025: Weltraumerkundungsspiel mit realen Bezügen, wobei sich sogar das Universum ineinander dreht und die Aktionen unterschiedliche Ausrichtungen haben.
Der zusätzliche Clou ist, dass während des Spiels zufällig gezogene Alienrassen aufgedeckt werden, die die Regeln oder Siegpunktmöglichkeiten mitunter stark verändern.
Dabei hat das Spiel eigentlich nur fünf Basisaktionen, die an sich leicht zu lernen sind. Zudem wirkt es anfangs etwas willkürlich was man macht, entpuppt sich zunehmend aber als eindeutiges Planungsexpertenspiel.
Es wirkt zudem sehr mangelig, man hat kaum Karten, Geld und Energie und muss deswegen damit gut haushalten und vorausplanen. Und deswegen kann es mit der Zeit richtig Spaß bringen, wenn man gewisse Missionen gestartet hat, damit man "irgendwann" bestimmte Effekte erhält.
Meine erste Partie fand ich fragwürdig und dachte "na, so dolle ist das Spiel ja nicht". Während der zweiten Partie gefiel es mir schon richtig gut und nach Partie drei und vier war ich richtig geflasht und hätte am liebsten gleich nochmal gespielt.
Dabei sind vor allem der "Racing Aspekt" und die vielen Area Majority Situationen immer wieder ein interessanter Anreiz und eine gewisse Interaktion mit den Mitspielern ist gegeben. Deswegen ist dies für mich klar ein Drei- oder Vierspielerspiel, wobei wir bei drei Mitspielern einen Datensatz und im Zweispielerspiel zwei Datensätze in den Sektoren weglassen (Hausregel), damit sich das Datensenden lohnt.
Tolles Spiel!!!
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Brakus71
Partien: - |
Kommentar vom 08.02.2025: [Fazit]
Dem namensgebenden Titel nach erforschen die Spieler hier ebenfalls das All auf der Suche nach außerirdischem Leben oder Hinweise darauf. Dazu wird nach etwas aufwendigem Spielaufbau rundenweise eine von acht Aktionen (sowie diverse „freie“ Aktionen) ausgeführt, um Sonden ins All zu senden, um Monde und Planeten zu untersuchen oder auf diesen zu landen. Natürlich kann auch mit weitreichenden Teleskopen der Weltraum gescannt werden und schließlich und endlich werden Aliens entdeckt. Wer hier am erfolgreichsten mitwirkt, wird am Ende mit vielen, vielen Punkten gewinnen.
Die möglichen Aktionen sind: Ausspielen einer Karte, Starten einer Sonde, Umkreisen eines Planeten, Landen, Scannen, Datenanalyse, Erforschen von Technologie und passen. Freie Aktionen sind da: Daten platzieren, Missionen abschließen, Bewegung kaufen, Karte kaufen, Karten-„Eck“ nutzen, Ressourcen tauschen (2:1).
Das Ausspielen der Karten steuert in gewisser Weise auch das Spiel. So sind die Karten vielseitig einsetzbar. Allesamt müssen für ihre Nutzung bezahlt werden (abgesehen von der freien Aktionsmöglichkeit) und bieten dann einmalige Effekte oder Spielendesiegpunktebedingungen oder gar Missionen während des Spielverlaufs.
Die Sonden sorgen für Entdeckungen und Ruf in der Wissenschaftsgemeinschaft (mit diesem kann man später bestimmte Effekte auslösen oder durch Abgabe Karten zusätzlich kaufen). Das Bewegen von Sonden kostet Energie – doppelt wenn sie sich durch Asteroidenfelder bewegen müssen – und so werden Planeten angeflogen, welche dann umkreist werden oder auf denen gelandet werden könnte und/oder (bei entsprechender Symbolik) Ruf gesammelt wird. Nach einer Landung kann ein Planet z.B. genauer erkundet werden, welches wiederum Vorteile bringt, wie das Aufspüren von außerirdischen Spuren.
Durch technische Aufwertungen können u.a. auch mehrere Sonden gesteuert werden oder das Landen auf Monden wird ermöglicht. Das Umkreisen und Landen findet dabei auf einem eigenen Tableau statt und bietet nützliche Belohnungen.
Wenn Spuren entdeckt wurden, werden entsprechende Marker auf der passenden Leiste platziert und wenn diese gefüllt ist, das entsprechende Alien-Tableau aufgedeckt. Nun bieten sich viele, neue Felder für Entdeckungsmarker an und damit einhergehend neue Möglichkeiten, z.B. alienspezifische Karten und Aktionen – pro Spiel können zwei Alienarten (von 5) entdeckt werden, dies wird anfänglich zufällig bestimmt.
Für weitere Spurensuchen können in den Sektoren unserer Galaxie Mehrheiten durch Marker geschaffen werden – und dadurch Daten zur Datenanalyse ermittelt werden -, wenn dort entsprechend gescannt/geforscht wurde. Dann gibt es dort verschiedene Belohnungen und eben unter anderem neue Spuren (platzieren von Markern auf den entsprechenden Alienleisten).
Immer wieder wird nach Forschungsaktionen auch der Spielbereich der Planeten gedreht (mehrschichtige Papprondelle), um die Umlaufbahnbewegungen zu simulieren und damit auch die Sonden eventuell zwangszubewegen (kann vorausgeplant recht nützlich sein, um Energie zu sparen).
Wer nichts mehr unternehmen kann oder will passt und reduziert seine Kartenhand auf 4, danach bewegt er das Sonnensystem und erhält eine der (Runden-)Abschluss-Karten.
Nachdem alle die aktuelle Runde beendet haben, folgt die Einkommensphase. Das Spiel endet nach der fünften Runde mit der Schlusswertung, hier zählen diverse Aspekte zusammen, z.B. auch extra Wertungstafeln, die man, je nach während des Spiels erreichter Punktzahl, mit Markern bestücken durfte. Es gewinnt, wer die meisten Punkte sammeln konnte.
Hier gelingt dem Designer-Team ein tolles Spiel mit hoher thematisch und meist auch wissenschaftlich belegter Atmosphäre. Die vielen Möglichkeiten fühlen sich nicht nur realistisch an, sondern bieten auch spielerisch eine enorme Tiefe und damit gefühlt unendliche Möglichkeiten. Gelegenheitsspieler und Neueinsteiger werden davon wahrscheinlich erschlagen, denn auch Kenner werden die Punktesymbiosen erst nach und nach wirklich erkennen und nutzen können.
Die gefühlt ewig knappen Ressourcen und der Drang mehr machen zu wollen, als per Runde möglich ist, ist dabei typisch für das Spielgenre, fordert aber so auch heraus und macht an sich Spaß. Zusammen mit den variierenden Aliens pro Partie kommt so ein hoher Wiederspielreiz zusammen, denn bis man wirklich alles gesehen und an Taktiken ausprobiert hat, vergehen so manche Spielabende. Die Interaktion begrenzt sich zwar auf dem Wettrennen um die besseren Punkteplätze, aber dies kann schon was ausmachen. Ein gewisser Glücksanteil bleibt auch nicht aus, aber generell lässt sich immer etwas bewerkstelligen – allein durch die enorme Kartenauswahl und -vielfalt und den damit möglichen freien Aktionen. Je nach Spielerzahl und Spielertypen kann es schon mal zu längeren Wartezeiten zwischen den Zügen kommen, da eben eine Menge geplant und bedacht werden will. Aber sobald die Sonden fleissig fliegen, die Einnahmen dauerhaft gesichert sind und die ersten Alienspuren verfolgt werden, fühlt sich alles geschmeidiger an…..es läuft^^.
Insgesamt lohnt sich die Spielerfahrung und lädt wie gesagt zu mehreren SETI-Treffen ein, dann vielleicht sogar mit „live!-Schalten“ per Internet zum echten SETI-Programm ;).
[Galerie: 17 Fotos]
https://www.heimspiele.info/HP/?p=37484
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