Spieletreff: "Offenburger Spielefreunde"


Basisdaten

Avatarbild
Angelegt von:
Nanokruemel

Datum / Uhrzeit:
10.01.2018
19:00 Uhr bis 24:00 Uhr

Bezeichnung:
Offenburger Spielefreunde

Spielort:
(Nicht sichtbar)

Beteiligte Spieler:
(Nicht sichtbar)

Beteiligte Gruppen:
(Nicht sichtbar)

Liste der gespielten Spiele

Flagge Winter der Toten: Ein Spiel mit dem Schicksal
Stern Stern Stern Stern Stern Kein Stern  4.78 (Bewertungen: 9)


Gespielte Partien: 1
Spielerzahl: 5 (Optimal spielbar)
Spieldauer: 190 Minuten
3

Kommentar:
Lange, lange ging ich mit diesem Spiel schwanger, bis endlich ein günstiges Angebot kam, ich zuschlug und mir dieses hochgelobte Stück zu Weihnachten schenken ließ. Entsprechend groß der Drang, es nun endlich auszuprobieren. Am Wochenende hatte ich die Anleitung gelesen und war geflashed, wie man so schön Neudeutsch-Englisch sagt. Ich war total hibbelig. Ich wollte am liebsten sofort losspielen. Aber Mittwoch war erst Spieleabend.

Die Erklärung dauerte lange, da ich zur Sicherheit trotz zweifachen Durchlesens immer mal wieder in Anleitung schauen musste. Das geht beim nächsten Mal bestimmt schneller.

Allein schon die Auswahl der geheimen Ziele und der ersten Spielfiguren war klasse. Wir wählten (unbedarft) das Szenario Trautes Heim, ein mittellanges, obwohl es unsrer erstes Spiel war. Das sollte sich als Fehler herausstellen. Als Anfänger beginnt man besser mit einem Einstiegsszenario. Ich meine, die Anleitung empfielt da sogar eins. Nur daran dachte ich nach all der Erklärung oder wegen meiner Aufregung nicht mehr.

Ich wählte Ashley Ross, die Bauarbeiterin, und Edward White, Chemiker von Beruf in der alten Welt. Diese passten gut zum Szenario, da der eine aus Medikamenten wirkungsvolle Waffen gegen Zombies herstellen konnte (drei töten statt einen und keinen Infektionswürfel werfen) und Barrikaden errichten. Davon brauchten wir jede Menge. Und die bleiben nur stehen, wenn man viele Zombis tötet.

Die kurioseste Wahl der Mitspieler: Fa. mit Graubart, dem Piraten (sehr verdächtig, ist er der Verräter) und Talia, der Wahrsagerin. Abgedrehte Gruppe. Und gewählt primär wegen des Coolnessfaktors. Ansonsten hatten wir einige Suchspezialisten dabei und mit Mike Cho auch einen Zombiekiller. P. setzte diesen bald in die Polizeiwache auf der Suche nach effektiven Waffen. Leider kamen diese erst in der in der vierten oder fünften Runde ins Spiel.

Überhaupt verzettelten wir uns mit Kleinkram. Wir kümmerten uns sehr intensiv um die Krisen und stellten in der ersten Runde bereits fest, dass wir einen Verräter unter uns hatten. Medizin im Stapel des Essens, den wir zusammentragen mussten. Na bravo! Ich errichtete zwar einige Barrikaden in der Kolonie, aber wir fanden so viele Überlebende, dass bald alles voller Zombies war und die mühsam errichteten Barrikaden bald überrannt wurden. Apropos "überrannt". Das kam deutlich seltener vor, als ich erwartet hatte. Die erste, die es traf, war Bev. Schade, denn durch sie hatten wir in der Kolonie auch einige der üblen Untoten loswerden können.

Kamen wir zwar in der Kolonie selbst nahe an die geforderte Zahl an Barrikaden heran, war die Lage an den anderen Standorten aussichtslos. Allerdings merkten wir das so richtig erst in der vorletzten Runde. Im Nachhinein betrachtet waren wir einfach zu blauäugig an die Sache herangegangen. Uns fehlte der Masterplan. Wir hätten mit einer kleinen Gruppe Vorräte anlegen sollen, Zombies wegputzen so gut es ging und dann erst, wenn alles vorbereitet war, neue Überlebende ins Spiel bringen sollen, die dann allesamt Barrikaden errichten. Vielleicht hätte das geklappt. So gingen wir heillos unter.

Einziger Erfolg: Den Verräter konnten wir in unserer ersten Abstimmung entlarven. P. und Fe. hatten sich verdächtig gemacht; da Fa. in der ersten Runde nichts zur Krisenabwendung beisteuern konnte, dennoch falsche Karten auftauchten, war er als Verräter raus. Sein Glück, denn sein Graubart verhielt sich nicht gerade kollegial. Dann spielte Fe. für seine Charaktere Medizin, obwohl wir diese für die Molotov-Cocktails der besonderen Art von meinem Edward White brauchten. Und das gleich zweimal. Obwohl keine direkte Gefahr im Verzug war. Wir warteten noch eine Runde mit der Denunzierung ab, eh R. sich auch sicher war (wobei sie den besseren Überblick hatte, ich wurde kurz vorher nochmal abgelenkt). Allerdings ergriff dann P. die Gelegenheit und rief zur Abstimmung. Wobei ich dabei noch einen Augenblick dachte, dass sich damit ein Verräter auch noch einen Moment Luft verschaffen könnte. Die Abstimmung war eindeutig und obwohl Fe. protestierte und seine Unschuld postulierte, setzten wir ihn vor die Tür der Kolonie. Und wir hatten recht, wie sich beim Ziehen der Verbannungskarte zeigte. Buchhalter eben. Hätten wir gleich wissen müssen, bei dem Anführer von Fe.s Gruppe...

Nun wurden zwar die Krisen einfacher abzuwehren, aber die Lage spitze sich dennoch weiter zu. An den Außenposten kamen wir nicht weiter. Jeder getötete Zombie wurde am Ende der Runde durch einen neuen ersetzt. In die Kolonie zurück ging auch nicht, um weniger Zombies an den Außenposten erscheinen zu lassen, denn dann drohte der Hunger, dem wir auch nicht Herr wurden. Und ab der Hälfte des Spiels lungerte der Moralmarker gefährlich nahe an der Null. Es sah einfach übel aus.

Die Schicksalskarten waren teilweise der absolute Wahnsinn. Ich will einige hervorheben, die mir besonders in Erinnerung geblieben waren, weil sie so unwahrscheinlich waren, dass sie eintreffen oder weil sie das Spiel maßgeblich beeinflussten.

So zog ich einmal die Schicksalskarte für Maria Lopez, die nicht im Spiel war. Ich wollte sie schon wegtun, da holt R. doch noch neue Überlebende hinzu und zieht - - - Maria Lopez!

Dann waren Edward White und John Price, der Chemiker und der Schüler, gleichzeitig im Spiel. Nun wurden alle Register gezogen und in einer Homage an Breaking Bad (inkl. Zitat) der Chemiebaukasten ausgepackt. Wir entschieden uns trotz Lebensgefahr für die beiden Charaktere zur Herstellung von Dynamit statt von Selbstgebrannten und ich jubelte lauthals mit einem befreienden "Jaaaaaa!" als schon mal klar war, dass wir "echtes Dynamit? Yeah, bitches!" in unserem Becherglas erzeugt hatten. Und gleich darauf folgte ein gejaultes "Neeeeeein!", als der nächste Würfelwurf anzeigte, dass wir mit unserer selbsterschaffenen Stange nur EINEN Zombie in eine Barrikade verwandelt hatten. Statt potenzieller SECHS. Wie übel war das denn??? Wobei ich im Nachhinein auch nicht glaube, dass uns das final so viel weitergebracht hätte. Obwohl... wenn man die bei den Außenposten eingesetzt hätte... Naja, es sollte eben nicht sein.

Ashley Ross - die mich bis zur letzten Runde begleitete - starb schließlich an einem Biss, als sie sich auf den Weg machte, um eine Kiste mit Essensvorräten einzufangen, die ein Flugzeug der chinesischen Regierung abgeworfen hatte. Und das Ende des Spiels wurde eingeläutet, als Rob Miller einen Herzinfakt erlitt und von Janet Taylor - passenderweise Krankenschwester - und Maria Lopez gerettet werden konnte. Allerdings war der Weg zum Krankenhaus, wo ein Defibrilator stand, so gefährlich, dass Janet sich eine Wunde zuzog und daran starb. Dies ließ die Moral der Kolonie auf Null sinken und wir hatten alle verloren. Zwar hatten viele von uns die zweite Siegbedingung erfüllt (so war ich zum Einzelgänger geworden, als Edward bei der Überfahrt in die Tankstelle gebissen wurde), aber da das gemeinsame Ziel in weiter Ferne lag, konnte keiner außer Fe. gewinnen. Diesem fehlte als Verräter nur noch eine bestimmte Handkarte, um sein neues Verbanntenziel zu erreichen. Allerdings kam er durch Janets Tod nicht mehr an die Reihe und ein Spicken nach Spielende zeigte, dass auch seine Suchaktion erfolglos geblieben wäre. Dennoch war er nahe dran.

War ich direkt nach der Partie etwas enttäuscht, waren die anderen Feuer und Flamme. R. meinte schon, dass sie das Spiel auch ihrer Sammlung zufügen müsste und als wir auf den Trichter kamen, dass man vielleicht besser mit einem Anfängerszenario begonnen hätte, verabredeten wir uns gleich für den nächsten Spieleabend in dieser Besetzung zur nächsten Partie. Und nach einmal Drüber-Schlafen war ich auch froh darüber. Denn die Atmosphäre und die Spannung waren wirklich gut. Und die Downtime wird bestimmt was kleiner. Und wenn man beim nächsten Mal etwas vorausschauender plant und auch die Abläufe kennt, hat man wahrscheinlich bessere Chancen. Und das will ich unbedingt ausprobieren. Jetzt nach dem Schreiben des Berichts um so mehr!

Hoffentlich bin ich dann beim nächsten Mal nicht der Verräter...



SpielerTeam, FarbeWertungPlatz
Nicht sichtbarTalia Jones (Wahrsagerin); Graubart (Pirat); Andrew Evans (Farmer); Buddy Davis (Fittnesstrainer); Ziel: Vergeltungverloren 
Nicht sichtbarMike Cho (Ninja); Carla Thompson (Polizeisekretärin); John Price (Schüler)verloren 
Nicht sichtbarDavid Garcia (Buchhalter); Bev Russell (Mutter); Ziel: Serienmörder (Verräter); Verräter(in)verloren 
Nicht sichtbarAshley Ross (Bauarbeiterin); Edward White (Chemiker); Alexis Grey (Bibliothekarin); Ziel: Einzelgängerverloren 
Nicht sichtbarRob Miller (Fernfahrer); Loretta Clay (Köchin); Forrest Plum (Kaufhausweihnachtsmann); Janet Taylor (Krankenschwester); Maria Lopez (Lehrerin); Ziel: Hamstererverloren 


Bilder-Galerie:
Keine Bilder angegeben